Die Welt befindet sich im Wandel, der jeden von uns berührt und herausfordert. Das hier ist eine virtuelle Redaktion miteiner Sammlung von Beiträgen mit Beobachtungen, Impulsen und Gedanken zu den inneren und äußeren Geschehnissen.
Logbuch einer bewegten Zeit
Mittwoch, 13. April 2011 - 08:35 Uhr
Was du sofort tun kannst ...
Rettung der Welt
Was Sie sofort tun können: Zehn Empfehlungen
Beginnen Sie, einfache Fragen zu stellen; hören Sie auf, Europapolitikern zu glauben; nutzen Sie Ihre Handlungsspielräume; haben Sie Spaß dabei: Die Rettung der Welt zum Mitmachen in zehn Empfehlungen.
Von Harald Welzer
1. Selber denken
2. Trauen Sie endlich Ihrem Gefühl, dass um Sie herum ein großes Illusionstheater stattfindet. Die Kulissen simulieren Stabilität, aber das Stück ist eine Farce: Immerfort treten dicke Männer auf und brüllen „Wachstum!“, Spekulanten spielen Länderdomino, und dauernd tänzeln Nummerngirls mit Katastrophenbildern über die Bühne. Das Publikum ist genervt und wütend, bleibt gleichwohl bis zum Ende der Vorstellung sitzen. Aber: Wann wird das wohl kommen?
3. Verlassen Sie besser die Vorstellung und beginnen Sie, ganz einfache Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum muss man immer mehr arbeiten, wenn man immer mehr arbeitet? Warum werden die Schulden größer, wenn immer mehr gespart wird? Warum schrumpft alles andere, wenn die Wirtschaft wächst?
4. Suchen Sie zusammen mit Ihren Freundinnen und Freunden nach Antworten. Zum Beispiel: Weil alle Idioten auch mehr arbeiten. Weil das Gesparte in fremde Taschen wandert. Weil viele börsennotierte Unternehmen staatsferne Parallelgesellschaften bilden.
5. Beschließen Sie, ab sofort nicht mehr mitzumachen, falls Ihre Antworten Sie beunruhigen.
6. Fangen Sie damit an, aufzuhören. Hören Sie auf, Europapolitikern zu glauben. Hören Sie erst recht auf, Wirtschaftsforschungsinstituten zu glauben. Und hören Sie um Gottes willen damit auf, sich widerspruchslos erzählen zu lassen, irgendeine Entscheidung sei alternativlos gewesen. So etwas gibt es in Demokratien nicht.
7. Wenn Sie jetzt so weit sind, dass Sie nicht mehr jeden Blödsinn tolerieren, nutzen Sie Ihre Handlungsspielräume. Sie leben in einem der reichsten Länder der Erde, Sie sind hervorragend ausgebildet, Sie haben Spaß am Leben und finden sich ganz gut. Warum zum Teufel machen Sie jeden Tag dasselbe und nie etwas anderes?
8. Wie Sie Ihre Spielräume nutzen sollen? Schauen Sie sich einfach an, was andere machen. Es gibt doch unglaublich tolle Ansätze und Projekte: Energiegenossenschaften, Nachbarschaftsgärten, fairen Konsum, lokale Währungen, großartige Stiftungen, Unternehmen, die sich dem Wachstumszwang verweigern. Schreiben Sie politischer, falls Sie Journalist sind. Forschen Sie für eine andere Zukunft, falls Sie in der Wissenschaft sind. Wechseln Sie die Pausenthemen, falls Sie am Band arbeiten. Kaufen Sie anders ein, falls Sie ein Restaurant haben. Fragen Sie, wo der Fisch herkommt, wenn Sie essen gehen. Interessieren Sie sich für die Zukunft Ihrer Schüler, falls Sie Lehrerin oder Lehrer sind. Fusionieren Sie mit einem Kindergarten, wenn Sie ein Seniorenheim leiten. Denken Sie ans Höllenfeuer, wenn Sie einem der vier großen Energiekonzerne vorstehen. Produzieren Sie cradle to cradle, wenn Sie eine Fabrik besitzen. Riskieren Sie etwas, wenn Sie sich für intellektuell halten.
9. Versuchen Sie irgendwo dazuzugehören, wo Sie stolz sagen können: „Wir machen das anders!“ Zum Beispiel eine Kultur der Achtsamkeit entwickeln, Ideen interessanter finden als Erfahrung, nicht auf Kosten anderer leben, oder was Ihnen sonst noch einfällt. Zukunftsfähig zu sein bedeutet das Gegenteil vom business as usual: lernend, fehlerfreundlich, reversibel zu handeln.
10. Bilden Sie Labore der Zukunft und haben Sie Spaß dabei. Vergessen Sie das „5-vor-12“-Blabla der Ökobewegung und das Gerede von der „Weltgemeinschaft“ und der Notwendigkeit globaler Lösungen. Niemand hat an Ihrer Wiege gestanden und mit hohler Stimme gesagt: „Lars, du bist zu uns gekommen, um die Welt zu retten!“ Es genügt völlig, wenn Sie beginnen, mit Ihrem Leben, Ihren Lieben und Ihrem Land verantwortungsvoll und zukunftsfähig umzugehen. Das aber bitte gleich.
Stornieren Sie Ihre nächste blöde Flugreise (Sie wollen da sowieso nicht hin), bestellen Sie Ihr nächstes Auto erst gar nicht (es wird Sie unglücklicher machen, weil Sie glaubten, es mache Sie glücklicher), kaufen Sie nichts mehr, was zu billig ist (denn dann hat irgendjemand zu wenig bekommen). Säbeln Sie in Ihre Weihnachtsgans und teilen Sie Ihren Kindern oder Enkeln mit, dass Sie ab jetzt Ihr Leben ändern werden. Das wird Ihnen helfen, es tatsächlich zu tun (denn jetzt können Sie nicht mehr zurück).
Harald Welzer, 52, lehrt am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und veröffentlichte zuletzt mit Claus Leggewie „Das Ende der Welt, wie wir sie kannten“ (S. Fischer).
Samstag, 19. März 2011 - 21:06 Uhr
Mother Earth
Ein sehr bewegender Vortrag von Kisha in Zürich.
Samstag, 19. März 2011 - 21:04 Uhr
Time to get it
Ein sehr inspirierendes Video.
Dienstag, 1. März 2011 - 13:09 Uhr
Die Gemeinschaft wandelt sich durch den einzelnen Menschen
Auf der ganzen Welt beobachten wir die umwälzenden Bewegungen. In Tunesien, Ägypten, Libyen und vielen anderen Staaten konnten sich die diktatorischen Machthaber nicht mehr halten. Der Boden der neuen Zeit trägt sie nicht mehr. Und es wird weiter gehen. Die Bewegung, die die Menschen durch ihr Bewusstsein eingeleitet haben, ist nicht mehr zu stoppen. Wie auch damals beim „Mauerfall“ die Energie und das Bewusstsein von Freiheit so stark war, dass eine Mauer zum Fallen gebracht wurde.
Und das sollten wir uns in dieser Zeit immer wieder vor Augen halten. Es ist unsere Energie und unser Bewusstsein, die dieses starke Energiefeld erzeugt. Das was jeder Einzelne einbringt, durch seine Gedanken und durch seine Haltung, das geht in das kollektive Bewusstsein mit ein.
Daher ist es wichtig, gerade im diesem bedeutenden Prozess der arabischen, afrikanischen Welt, unterstützende und hilfreiche Gedanken zu haben. Das nicht in erste Linie die Angst um den Ölpreis oder ob nun die islamische Welt einen viel schlimmeren und nicht kontrollierbaren Vertreter an die Macht lässt. Sondern vielmehr ein gedankliches Begleiten der Brüder und Schwestern, die dort für ihre Freiheit kämpfen. Es sind junge Menschen, die den Mut haben, sich trotz aller Gefahr und Gewalt, die ihnen entgegen kommt, sich für ihre Freiheit und eine menschliche Lebensperspektive einsetzen.
Es ist eine bedeutsame Zeit und jeder von uns kann mit seinen Gedanken und seinen Worten und schließlich auch mit seinen Taten zu einer guten Entwicklung beitragen. Denn eine Gemeinschaft setzt sich aus vielen Einzelnen zusammen und wenn der Einzelne beginnt neu zu denken und zu handeln, dann trägt es sich in die Gemeinschaft. Ich habe letztens in einer Reportage gehört, dass die Bewegung in Tunesien im Sommer letzten Jahres von genau 4 Studenten initiiert wurde. 4 Studenten, die den Mut hatten laut auszusprechen, was alle dachten und fühlten. Was daraus geworden ist, das durften wir miterleben.
Wir sollten diese Bewegung auf unsere Weise weiter unterstützen. Denn wir brauchen eine lebenswerte Welt. Und wir sollten von dem Mut der Menschen dort lernen. Das wir aussprechen und uns einsetzen für das, was eine - in besten Sinne – menschliche Gemeinschaft braucht.
Samstag, 1. Januar 2011 - 19:18 Uhr
Diese Zeit braucht uns!
Wir haben heute den 1.1.2011 und ein neues Jahr beginnt. Und mit diesem Datum beginnt auch ein Blog, den ich das Logbuch des Wandels nenne. Denn wir haben eine bewegte Zeit und wir alle sind jetzt aufgerufen unseren Platz einzunehmen und unseren Beitrag zu diesem Wandel zu leisten. Die Welt braucht jeden einzelnen von uns - Jeden! Denn jeder kann in seiner Weise und mit seinen Möglichkeiten den Geschehnissen in der Welt eine gute Richtung geben.
Viele Menschen beobachten diese "Krise" und warten mehr oder weniger optimistisch darauf, dass die "da Oben" das schon richten werden. Doch das ist ein Irrglaube. Denn wir müssen sehen, das zum größten Teil auch unsere Führungsriegen im Nebel stochern.
Wenn es einer richten kann, dann sind wir es selbst. Dazu braucht es unser Bewusstsein über die eigenen Möglichkeiten und dass wir wieder Verantwortung für unser Leben und unseren Lebensraum übernehmen. Und es braucht Gemeinschaft.
Denn wir selbst sind der Wandel. Wir selbst gestalten die neue Zeit.
Dieser regelmäßige Blog soll Euch dabei unterstützen, euch inspirieren, informieren und anregen, das zu tun, was jeder von euch tun kann.
Gern könnt Ihr mir auch Anregungen schicken, interessante Links, Veranstaltungen und Infoquelllen, die ich dann gern veröffentliche. Um all die Informationen zu sammeln und euch zur Verfügung zu stellen, gibt es mittlerweile eine extra Webseite, die gerade im Entstehen ist: www.mutundliebe.de
Ich freue mich auf das neue Jahr 2011 und ich freue mich darauf, mit euch gemeinsam diese neue Zeit zu gestalten.
Sabine Häring